Eurythmie

Eurythmie als solches ist eine darstellende Bewegungskunst. In unserem Kindergarten führen wir diese Form der Bewegung immer an einem festgelegten Tag durch. Immer freitags finden wir uns mit allen Kinder zusammen und bewegen uns nach der Lehre Rudolf Steiners.

Nicht nur die eigene Bewegung, sondern auch was sich in der Umgebung des Kindes bewegt hat eine Bedeutung. Für das erste Jahrsiebt ist die Bewegung von existenzieller Bedeutung. Es gibt für das kleine Kind keine Trennung von innerer und äußerer Welt. Es stampft oder hüpft wenn es sich freut oder ärgert.
Es drückt seine seelischen Empfindungen ganz unmittelbar durch Bewegung aus. Auch wir Erwachsene können anhand von Bewegung viel über den Zustand eines Menschen intuitiv erleben. Wie geht ein Mensch, hängt der Oberkörper nach vorn oder geht er mit erhobenem Haupt. Ist sein Gang fest oder leicht federnd. Sind seine Gesten offen, dem anderen zugewandt, oder verschränkt er die Arme und vieles mehr.

Ein kleines Kind ahmt unseren Gang nach und fühlt ganz ungefiltert auch die Seelenhaltung die sich hinter unserer Bewegung verbirgt. Das nachgeahmte geht tief in das Empfinden des kleinen Kindes hinein.

Wir alle wissen, dass die Qualität von Nahrung für den aufwachsenden Organismus zukunftsprägend ist. Warum sollte es bei der Aufnahme und "Verdauung" von Bewegung anders sein. Es sollte einem bewusst sein, das die Bewegungen tiefer gehen und mit dem Seelenleben bildend verbunden sind. Wenn ich als Erwachsener meine Bewegungen mit negativen Seelenempfindungen ausführe, oder das Kind mit technischen unbeseelten Bewegungen umgebe, gebe ich dem Kind Steine statt Brot zu essen.

Wenn wir im Kindergarten Eurythmie machen, üben wir nicht nur uns schön zu bewegen, sondern versuchen diese erfüllten Bewegungen in Bildern in einen Bezug von Innen- und Außenwelt zu setzen. Wir hüpfen wie die Hasen, wir gehen vorsichtig wie das scheue Reh. Wir lassen die Sonne leuchten, den Regen rieseln, die Vögel fliegen und die Schnecken kriechen. Der eurythmische Ansatz, der Inhalt der Bewegung liegt nicht allein im Körper; er liegt hauptsächlich im inneren Erleben.